Tag 5 nach Ecuador – Trotteliges Tölpel Treffen

Mi., 06.Juni 18, Pazifik, Tag 1466, 12.959 sm von HH, etmal 77
Am Nachmittag kreist ein Tölpel um Atanga. Eindeutig äugt er nach einem Landeplatz, den er nach einigen Landeversuchen auf dem Bugkorb findet. Wackelig sitzt er auf der dünnen Stange und wird prompt abgeworfen. Aber der Platz gefällt ihm. Ein erneuter Landeanflug folt. Er lernt schnell, von welcher Seite es einfacher geht. Er kommt auch zunehmend besser mit dem stampfenden Bug klar. Der Hub von einem Meter stört ihn kaum. Er findet sein Gleichgewicht und fällt nach kurzer Zeit nicht mehr runter. Mit Seelenruhe fängt er an sich zu putzen.
Eine Stunde später kreist ein zweiter Tölpel ums Schiff. Der hat den Trick mit der Landung noch schneller drauf. Tölpel Nummer eins meckert zwar den Neuankömmling etwas an, aber dann sitzen sie doch einträchtig beieinander. Keine dreißig Minuten später kommt ein dritter Tölpel geflogen. Hallo? Wir sind doch keine Vogel-Kolonie. Das finden Nummer eins und zwei ebenfalls und hacken auf den Neuen ein. Der will fliehen, rutscht mit gespreizten Flügeln von der Stange ab und sitzt prompt in der Falle. Der Bugkorb verjüngt sich nach vorne und der arme Kerl bleibt mit seinen Flügeln so ungünstig hängen, dass er weder vor noch zurück kann. Die Stange vom Bugkorb ist unter seinen Achseln eingeklemmt. Ein beidseitiger Armhebel sozusagen. :mrgreen: Jetzt ist auch klar, woher diese Vögel ihren Namen haben.
Achim sprintet schnell nach vorne und rettet den Tölpel aus seiner misslichen Falle (damit dürfte die alte Tölpel-Geschichte für alle Zeiten aus der Welt geschaffen sein). Überrascht von der schnellen Hilfe, stürzt der Trottel-Tölpel zunächst ins Wasser, kann dann aber unverletzt weiter fliegen.
Unsere drei Freunde beraten sich kurz und entscheiden, wo Platz für zwei Tölpel ist, findet auch ein dritter noch ein Stück Stange. Friedlich hocken sie sich auf dem Bugkorb zusammen. Wenn wir eine Wende fahren, fliegen sie kurz davon und nehmen erneut Platz. „Wir bleiben über Nacht“, stellen sie klar. Im Morgengrauen sitzen noch zwei Tölpel am Bugkorb. Ob der Trottel in der Nacht abgestürzt ist, ist nicht verbürgt. Schon bald verschwinden auch die verbliebenen zwei. Einer kehrt nach anderthalb Stunden zurück und bleibt noch bis zum Mittag bei uns. Dann geht er endgültig wieder seiner Wege. Wahrscheinlich sind wir ihm doch zu langsam.
Wenn die Vögel unser Vorschiff so toll finden, will ein Thunfisch da nicht hinten an stehen. Kurz vor dem Dunkelwerden hören wir ein eigenartiges Flappen. Wir glauben es nicht. Auf dem Vorschiff zappelt ein kleiner Thunfisch. Übermütig scheint er etwas zu hoch gesprungen zu sein und landet an Deck. So ein Leckerbissen. Aber der Kerl ist recht klein und Achim befindet sich im Lebensretter-Modus. Der Thunfisch darf wieder schwimmen.
Wir mutieren zur Arche Atanga kommt es mir vor.
Tagesmeilen 77 – davon 0 unter Motor Noch 274 sm direkter Weg

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