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Rüber zur Westseite von Tahaa

Fr.,26. Feb. 2021, Franz.Polynesien/Tahaa/Hurepiti, Tag 2462, 21.369 sm von HH

Wir gehen Anker auf. Verlassen unseren Swimming Pool, schließlich wartet Tahaa auf einen Besuch von uns. Auf der Westseite wollen wir in einem der Fjord artigen Buchten von Tahaa an eine Mooring gehen. Die Umrundung von Tahaa ist einfach. Hinter dem Außenriff und seinen anschließenden Korallenbänken und flachen Lagunen, findet sich ein tiefer Kanal. Der ist bequeme fünfundzwanzig bis fünfzig Meter tief und ohne Korallenköpfe, die sich in den Weg stellen könnten. Die Franzosen haben Sandbänke und Untiefen, die inselseitig ihre Finger nach Segelbooten ausstrecken, ganz prima betont. So kann man theoretisch einmal die gesamte Insel im tiefblauen Kanal umfahren.

Tahaa (credit google maps)

Gut betonnt kann man sicher um Tahaa herum fahren – Untiefen sind perfekt gekennzeichnet

Ein Kanufahrer überholt (versucht zu) Atanga zwischen uns und dem Außenriff

Üppig grüne Schönheit – dieses Tahaa

So idyllisch ziehen die Wohnhäuser an uns vorbei

wie aus Schöner Wohnen

Der Nachteil an diesem tiefen Graben zwischen Insel und Außenriff: die Buchten sind genau so tief. Es ist schlecht ankern auf fünfundzwanzig Meter. Aber pfiffige Hotels, Yachtclubs und Tourenanbieter haben Moorings gesetzt, die sie vermieten. Wir haben uns für Noahs ‚Vanille Tour‘ entschieden. Der Deal ist fair – wer bei ihm eine Tour bucht, darf drei Nächte kostenlos an seiner Mooring hängen. Per whats App erkundigen wir uns nach freien Plätzen: „Kein Problem, ihr könnt kommen.“ Gleichzeitig fragen wir Frank und Dagi von der Hanavave, ob sie auch Lust auf eine Tour bei Noah hätten. Haben sie. Ein paar Apps später ist es verabredet. Die Crew der Hanavave kommt aus Bora Bora zu uns rüber und am Samstag machen wir gemeinsam die Tour. Sehr schön, da freuen wir uns.
Wir brauchen für die zehn Seemeilen zu Noah nur zwei Stunden. Entweder wir haben in der Inselabdeckung gar kein Wind oder direkt auf die Nase. Da ist es einfacher mal eben zu motoren. Das Wasser ist hinterm Riff glatt gezogen, alles kein Problem.

So geraten wir mitten hinein in eine Idylle, die ihres gleichen sucht. Die Bucht ist dünn besiedelt, es herrscht kaum Straßenverkehr, da eine Buchtseite sowieso eine Sackgasse ist. Rechts und links heben sich steile Hänge, vielleicht dreihundert Meter hoch. Grün überwuchert bis zu den Gipfeln ohne Landwirtschaft. Ganz tief, am Ende der Bucht liegen die Moorings von Noah. Kein Windhauch kommt hier hinten an. Gut für schaukelfreies Schlafen und gut für die Mücken, die bei so ruhigen Bedingungen leicht den Weg zu uns finden. Keine Idylle ohne Dornen.

Ganz tief hinten links in der Ecke liegt Atanga – die Bucht wirkt auf dem Foto breiter als sie ist – schmal zieht sie sich am Ende zusammen

Atanga und ein weiteres Boot liegen tief in der Bucht von Hurepiti

Auf kleinen Feldern wird ein wenig Landwirtschaft betrieben

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Leben in der Lagune

Do.,25. Feb. 2021, Franz.Polynesien/Tahaa/Ile Mahaea, Tag 2461, 21.359 sm von HH

Seit einer Woche hängen wir in der Lagune und finden es wundervoll. Nach dem schlechten Anfang hat sich das Wetter zum Besten umgekehrt. Die Sonne steht am Himmel und es herrscht (meistens) Flaute. Wie ein petrolfarbenes Bettlaken liegt die Lagune glatt gezogen vor uns. Selbst die Brandung am schützenden Außenriff ist kaum mehr zu hören.
Atanga dümpelt um ihren eigenen Anker herum. Die Bojen haben ihr eigenwilliges Verhalten aufgegeben. Wir haben offenbar die richtigen Abstände ausgemittelt und beim nächsten Mal sollte die Ankerketten-Schwebe-Aktion schon besser klappen.

An Land können wir nicht. Wir haben noch nicht mal das Dinghy zu Wasser gelassen. Wenn wir von Bord wollen, müssen wir schwimmen oder schnorcheln. Die Hauptinsel Tahaa ist für eine Dinghy-fahrt recht weit weg und interessiert uns im Augenblick nicht. Das Inselchen – ein sogenanntes Motu – was direkt vor uns liegt, ist privat. Tabu. Wir respektieren das und halten Abstand, gehen nicht mal vor ihrer Sandbank schnorcheln. Warum auch, wir haben unseren eigenen Swimming Pool. Fünfzig Meter hinter Atanga wird es flach, sogar ich kann dort knapp stehen. Rochen ziehen an uns vorbei. Das Wasser hat gute 28 Grad – Hochsommer auf der Südhalbkugel.

Bei Regen kommen unsere unbekannten Nachbarn nach Hause

Bei Sonnenschein sieht das Motu so aus

Diese Idylle wird nur durch kurze „Bauarbeiten“ unterbrochen. Direkt in unserem Planschbecken ankert eine Plattboden-Schute. Mit großen Schaufeln holen fünf, sechs Jungs den Sand aus der Lagune und beladen ihren Kahn bis zur Schmerz- und Kentergrenze. Fröhlich hören wir sie gackern bei der Arbeit. Freundlich winken sie rüber. Nach einer Stunde sind sie fertig mit schaufeln und ziehen wieder ab. Wir sind wieder alleine.

Die Bauarbeiten beginnen schon vor dem Frühstück

Mühsame Schaufelei im brusttiefen Wasser

Der Kahn fährt schon fast unterhalb der Grasnarbe

Andere Segelboote kommen und gehen, bleiben höchsten zwei Nächte. Die Lagune ist groß, die Abstände zueinander auch. Kontakt haben wir keinen, jede Crew genießt für sich alleine. Wir füttern den Trupp der kleinen Nasen-Docktorfische, der hinter uns an einem Korallenblock wohnt mit Gurkenschalen an. Gierig stürzen sich die Fische auf die neue Leckerei. Kurz vor Sonnenuntergang sehen wir mehrfach einen Hai unter Atanga langziehen. Dass es überhaupt noch Fische in der Lagune gibt, erscheint uns wie ein Wunder. Täglich verfolgen Jäger mit Harpunen am Riff vor dem Motu ihre Beute. Stundenlang wird auch dem letzten essbarem Barsch oder Snapper hinterher gehetzt. Entsprechend klein sind die Rifffische, die wir entdecken. Große Papageienfische oder Drücker gehören der Vergangenheit an. 

Falterfische schwimmen uns direkt vor die Linse

Farbenprächtige Riesenmördermuschel – diese ist winzig – vielleicht zehn Zentimeter

Unsere Go Pro ist leider schon fast ein Jahr kaputt. Auf Tahiti konnten wir uns keine neue kaufen, da Go Pro seinen Verkauf nur noch über einen Selbstvertrieb vornimmt. Händler mit Lizenzen gibt es nicht mehr. Schicken lassen, können wir uns auch keine. Man mag es nicht glauben, aber DHL Deutschland versendet noch immer nicht Französisch Polynesien. Die Post in der Heimat hat doch nicht etwa was mit der Impfstoff-Verteilung zu tun?
Damit wir überhaupt Unterwasser-Aufnahmen machen können, haben wir uns im Oktober die einzige (!!) Unterwasserkamera gekauft, die wir finden konnten. Eine Coolpix W150. Nicht the best horse im Stall – aber besser als nichts. So können wir wenigstens ein paar Schnappschüsse schießen.

Über Wasser ist die Coolpix leider auch nur mittelprächtig

Im Planschbecken vor unserem Motu

Wasserspiele

Und was ist mit Drohnen-Bildern? Die Frage kommt zu Recht. Wir sind Feiglinge. :mrgreen: Von Bord aus zu landen und zu starten … nein, Hilfe, wir trauen uns noch nicht. Dazu muss einer (also ich) die Drohne vor der Landung aus der Luft abfangen. Zum Landen an Deck wäre theoretisch zwar Platz, aber die Sensoren, die verhindern, dass die Drohne an Hochspannungskabeln oder Äste fliegt, sorgen auch dafür, dass die Drohne nicht nah an unseren Wanten und Stagen heran fliegen kann. Rückwärts fliegen lautet der Trick. Haben wir an Land erfolgreich probiert. Zweimal ist mir der Griff nach dem Biest erfolgreich gelungen. Aber auf dem engen Kahn? Ich bin der Feigling.

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Polynesisch Ankern – in drei Akten

So.,21. Feb. 2021, Franz.Polynesien/Tahaa/Ile Mahaea, Tag 2456, 21.359 sm von HH

Mittwoch – Tag 1
Wir segeln bei mäßig schwachem Wind von Huahine auf die Nachbarinsel nach Tahaa. Direkte Strecke sind es nur 21 Seemeilen, aber da wir vor dem Wind kreuzen müssen, zieht sich die Fahrt. Erst um 16:30 Uhr stampfen wir uns durch den schmalen Pass – die Strömung drückt ganz ordentlich. Stehende Wellen wirbeln uns hin und her. Aber dann sind wir in der Lagune – türkis bis zum Horizont. Die Lagune ist gespickt mit Bommies. Wir haben die untergehende Sonne im Rücken und können die Korallenköpfe noch halbwegs gut erkennen. Im Zick-Zack suchen wir uns eine größere Sandfläche, um den Anker fallen zu lassen. Nach unserem Rampler mit so einem Bommy haben wir bislang solche Plätze gemieden und schlammige Buchten ohne Korallen bevorzugt. Somit kommt es zur Premiere von „Polynesisch Ankern“ auf Atanga.
Beim korallenschonenden Ankern in Bommy übersäten Lagunen werden zwei bis drei Bojen (oder Fender) an die Ankerkette gebunden, damit die Ankerkette zum Schweben kommt. Das widerspricht eigentlich dem Ankerprinzip vom harmonischen Zusammenspiel von Anker und Ankerkette. Weder Kette noch Anker alleine halten ein Schiff. Ein guter Anker gräbt sich ein und die Kette hält den Schaft des Ankers am Meeresgrund, so dass dieser nicht ausbrechen kann. Schwebt nun die Kette, wird das bewährte System zum Teil zerstört. (hier sei für Interessierte ein Link empfohlen: Ankerkettenrechner von Mathias von der San Ankerketten-Rechner – SAN (trimaran-san.de) )
Die Ankerkette soll zum Schweben gebracht werden zum Schutz der Korallen. Aber auch zur eigenen Sicherheit. Wickelt sich die Ankerkette bei Winddrehern um die Bommies, kann sich die Kette gefährlich verkürzen oder schlimm verhaken – bis zum Verlust des Ankergeschirrs.

Wir sind Korallen-Freunde und wollen schweben lassen. Dazu pickt Achim beim Ankerkette raus lassen nach ungefähr zehn Metern (doppelte Wassertiefe) die erste Boje mit einem Schäkel ein. Es folgen sechs weitere Meter Kette, die zweite Boje knotet Achim mit einem Tampen fest – und nach weiteren sechs Metern folgt Boje Nummer drei. Insgesamt lassen wir dreißig Meter Kette bei 5,5 Meter Wassertiefe raus. Das sollte auch bei schwebender Kette reichen.
Das Tageslicht taugt noch für einen schnorchelnden Anker-Check. Der liegt brav im Sand und hat sich halbwegs gut eingegraben. Die Kette schwebt in schmalen Buchten. Ohne viel Zug auf der Kette treiben die Bojen lustlos an der Wasseroberfläche.

So sieht es bei Flaute von oben aus

Die helltürkis Fläche ist nicht tief genug für uns – wir bleiben im fünf Meter Bereich

Donnerstag – Tag 2
Am nächsten Morgen haben wir mistiges Wetter, Regenschauer und Squalls mit zwanzig Knoten Wind. Die Ankerkette hat sich gestrafft, der Anker über Nacht schön tief eingegraben. Jetzt schweben die Bojen weit auseinander und sind durch den Zug der Kette unter Wasser gezogen worden. Jetzt sehen wir, dass die letzte Boje ist zu nah am Schiff schwebt, sie hat somit keine Wirkung, und soll näher am Anker neu angetüttelt werden. Das klingt einfacher als es ist. Die Bojen haben zu viel Auftrieb (25 Kilo = Tippfehler… edit 15 Kilo), um sie mal eben schnorchelnd unter Wasser zu versetzten. Nur mit Hilfe eines Fenders als Ketten-Hebe-Sack, mit langen Tampen und als Gemeinschaftswerk gelingt das Vorhaben. Ganz zufrieden verbringen wir den Rest des Tages unter Deck – inzwischen schüttet es wie aus Eimern.
Um 4:00 Uhr morgens holt uns ein Squall mit 33 Knoten Wind aus dem Bett. Das ist immer eklig, aber mit diesem neuen Gefühl der schwebenden Kette wird es nicht wohliger. Aber der Anker hält, um fünf können wir ins Bett zurück.

Nur mit langen Tampen und Hilfs-Hebesäcken kann man die Bojen an der Kette versetzen

Mit Schäkel ist es einfacher – leider haben wir nur einen übrig

Der Kampf gegen den Auftrieb – der Skipper gibt alles

Noch mehr Kampf

Freitag – Tag 3
Flaute – Squall – Winddreher – Squall – Flaute. Wir haben uns über Nacht fast um 180 Grad gedreht. Der Anker hat auf seinem Sand-Fleck die Drehung ganz gut mit gemacht, wie ein Schnorchel-Check zeigt. Ein Stück wurde er aber mitgezogen beim Drehen, bevor er sich wieder eingegraben hat.
Da geht während eines neuerlichen Regenschauers mit Winddreher plötzlich ein Ruck durch Atanga. Wir gucken uns an: was war das denn? Ankeralarm gab es keinen, also sind wir da, wo wir hingehören. Aber wo sind unsere Bojen? Selbst die Große ist nicht zu sehen. Und warum kommt der Wind nicht mehr von vorne?  Wir laufen auf dem Schiff hin und her, keine Boje zu entdecken. Achim geht schnorcheln. Durch die Winddreher und Flaute haben wir uns quasi selber überholt. Allerdings sind die  Bojen an der falschen Seite von Atanga hängen geblieben. Wir haben uns aufgehängt. Achim schneidet den Tampen von der dicken Boje ab, wir sind wieder frei und Atanga richtet sich anständig gegen den Wind aus. Grrr, irgendwie ist „polynesisch Ankern“ doof.
Die abgeschnittene Boje bekommt einen neuen Tampen und wird wieder festgeknotet. Und wenn wir schon dabei sind, sollen die anderen zwei Bojen auch noch einen besseren Platz bekommen. Die erste Boje kommt noch ein Stück näher an den Anker, die zweite rückt auf. Ein Tauch- und Schnorchelspiel, was sich über eine Stunde zieht.
Am Nachmittag dann wieder Flaute. Wir liegen jetzt über unserem eigenen Anker, frech tänzeln die Bojen neben der Bordwand. Ob wir uns wieder an uns selber aufhängen? In der täglichen leichten Abendbrise beobachten wir, wie zentimeterweise die Kette gestrafft wird. Die gewünschte Reihenfolge wird wieder hergestellt. Anker – Bojen – Schiff in einer geraden Linie. Unser Fazit lautet: „Polynesisch Ankern“ taugt nichts bei Flaute und wechselnden Winden. Da muss man schon ein großer Korallen-Freund sein. :-)

Hier überholen wir uns gerade wieder selber

Hier sieht man schön, wie die Korallen überschwebt werden

Ankern als Korallenfreund

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Moorea – ein neues Video

09.Jan. 2021, Franz.Polynesien/Huahine/Fare, Tag 2415, 21.334 sm von HH

Huahine hält nicht nur gutes Wetter bereit – aber nur noch ein Monat, dann soll die Regenzeit vorbei sein. Schlecht für uns – gut für die Filme-Schneiderei.
Das Video von unserem Moorea-Aufenthalt ist deutlich früher fertig als erwartet. Viel Spaß!

 

 

Anfahrt auf die Cooks Bay

Jahreswechsel in Huahine

1.Jan. 2021, Franz.Polynesien/Huahine/Fare, Tag 2406, 21.334 sm von HH

Die Überfahrt war so lala. Direkt hinter der Abdeckung von Moorea wartet eine kurze, steile Hacksee auf uns, die schräg von achtern kommend Atanga deutlich auf die Seite legt. Diese Drücker sind anstrengend und am ersten Tag unangenehm ungewohnt. Aber es ist ja nur eine Nacht, trösten wir uns. Die Vorhersage hat Wind unter den Squalls von 35 Knoten angedroht. Aber man denkt ja immer, der Ozean ist so groß, vielleicht treffen wir ja keinen Squall. Diese Wind- und Regenzellen sind häufig nur ein paar hundert Meter breit – wie viel Zufall gehört dazu, dass wir zur gleichen Zeit am gleichen Ort sind. Der Zufall meint es dann gerecht mit uns, es erwischt sowohl Achim als auch mich während unser Nachtwachen. Wind und Regen von der unbequemsten Sorte. Viel Schlaf bekommen wir nicht.
Im Morgengrauen taucht dann schon Huahine am Horizont auf. Es folgt schönes Segeln ohne Welle hinter der Abdeckung der Inselberge als wir auf der Westseite von Huahine hoch düsen. Der Anker fällt nach 17 Stunden in einem See aus Türkis auf fünf Meter. Wann haben wir das letzte Mal so flach geankert? Wir müssen lange zurück gehen in der Zeit – da hieß der Ozean noch Atlantik.

Das Wetter wird zum Nachmittag mistig, da werden wir Silvester wohl an Bord verbringen und auf einen Restaurantbesuch verzichten. Regenschauer kommen über die Berge geflogen. Böen rütteln an der Ankerkette. Für unser Silvestermenü haben wir keine Kosten und Mühen gehabt: es gibt den restlichen Kartoffelsalat von der Überfahrt, Würstchen mit Senf und eine Dose Bier dazu.

Wenn du weißt, gleich ist das bei dir

Im Cockpit ist alles nass – nur in der hintersten Ecke findet sich noch ein trockenes Plätzchen

aber das kann einen Seemann nicht erschüttern – in der Regenpause wird draußen gegessenen

Unser Internet-Guthaben für den Dezember weißt noch einen Rest von drei Gigabyte aus. Da das Morgen verfällt, investieren wir die gesparten Bytes in Deutsches Fernsehen. Wir gucken einen Jahresüberblick 2020 von der Wochenshow, einen von Nuhr, ein paar Shows und Nachrichten, alles, was youtube so bereit hält. Wir haben lange kein Deutsches Fernsehen mehr gesehen. Und obwohl wir fast täglich im Internet unterwegs sind, sagen uns ein paar Dinge und Personen gar nichts, haben noch nie davon gehört. Wir hätten Corona-Bingo spielen sollen – immer wenn das Wort fällt, muss man einen trinken. Aber da wäre uns wohl nach einer Stunde der Schnaps ausgegangen.
Erst fühlen wir uns gut amüsiert, aber nicken dann doch vor der Kiste ein. Um Mitternacht steigen zwei, drei Raketen im Dorf in die Luft, dann ist Ruhe. Nur der Wind heult noch über die Bucht. Herzlich willkommen 2021, zeig uns, dass du es besser kannst als dein kleiner Bruder. Und vielleicht wird aus 2020 Harry Potter mäßig das Jahr, was nicht genannt werden darf. :mrgreen: